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Mémoires

Certains récits traversent les générations sans toujours trouver de lieu où se dire.

La page Mémoires rassemble des textes, documents et fragments d’histoires familiales qui, chacun à leur manière, témoignent de vies traversées par l’Histoire et de ce qui en demeure.

Ces récits ne prétendent ni à l’exhaustivité ni à l’unité. Ils sont mis en partage pour ce qu’ils sont : des traces, des voix singulières, parfois longtemps restées en silence, offertes aujourd’hui à la lecture.

Jean Soulas

Jean Soulas - Prisonnier de guerre (1940-1945)

Il n’y a parfois que quelques feuillets, quelques phrases griffonnées, pour contenir des années d’absence, de peur et de silence.


Jean Soulas est de ceux dont la guerre ne s’est pas racontée à voix haute, mais s’est déposée lentement dans les mots laissés derrière lui.

Fait prisonnier en 1940, il traverse la guerre loin des siens, dans les camps et les villes allemandes où se succèdent l’attente, la contrainte et l’effort quotidien pour rester debout. Ses messages, ses notes, ses souvenirs esquissent une expérience de la captivité marquée autant par les privations que par l’observation attentive du monde qui l’entoure.

Recueilli, retranscrit et commenté par son fils, Dominique Soulas, ce document ne livre pas seulement le récit d’une captivité. Il donne accès à une mémoire transmise à distance, fragmentaire, patiemment rassemblée, et aujourd’hui rendue lisible pour être partagée.

Extrait du document original:

Nous avons été faits prisonniers – comme 2 650 000 autres. Les Allemands ont tout de suite peint au minium et en grandes lettres “KG” sur le dos de nos manteaux et vestes d’uniforme. Après avoir été parqués, nous avons été enfermés dans des wagons à bestiaux et sommes arrivés, deux jours plus tard au petit matin, dans la gare d’une petite localité appelée Warendorf. Nous n’avions aucune idée de l’endroit où nous avait débarqués. Me sachant géographe, les camarades m’ont interrogé. Je savais seulement que nous avions roulé vers le nord, probablement vers la Westphalie, rien de plus. La guerre, c’est avant tout l’apprentissage brutal du ballottage : il est extrêmement difficile de garder l’orientation, de préserver sa personnalité et de ne pas oublier le principe de liberté, bref, de continuer d’exister en tant qu’individu…

Document transmis par Dominique Soulas.

Publication sur le site Rencontre Réconciliation avec son accord

Louis Lugand

​Louis Lugand (1905-1945)

Französischer Kriegsgefangener – Zwangsarbeit – Erinnerung

​Ein individuelles Schicksal im Herzen der europäischen Geschichte

 

Louis Lugand gehört zu jenen Millionen von Männern, die der Zweite Weltkrieg brutal aus ihrem Leben, aus ihren Familien und aus ihrer Zukunft gerissen hat.
Seine Geschichte, lange Zeit im Schatten geblieben, ist die eines französischen Kriegsgefangenen, der in Deutschland zur Zwangsarbeit herangezogen wurde und schließlich in der absurden Gewalt der letzten Kriegstage ums Leben kam – in dem Moment, in dem die Freiheit bereits zum Greifen nahe war.

Die Initiative Rencontre Réconciliation teilt dieses Zeugnis im Sinne der Weitergabe, des Verstehens und der kritischen Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften von Krieg in Europa und darüber hinaus.

Warum diese Geschichte heute erzählen?

 

Weil Kriegsgefangene lange Zeit einen marginalen Platz in den nationalen Erinnerungskulturen eingenommen haben.
Weil ihr Leiden häufig verschwiegen, relativiert oder von anderen Kriegserinnerungen überlagert wurde.
Weil Verletzungen nicht mit dem Ende der Kämpfe verschwinden, sondern sich mitunter still an die nächsten Generationen weitergeben.

Die Geschichte von Louis Lugand zu erzählen bedeutet:
– einem verschwundenen Menschen Identität und Würde zurückzugeben,
– die Mechanismen der Entmenschlichung im Krieg zu verstehen,
– familiäre und europäische Nachwirkungen zu hinterfragen,
– einen Raum für Verantwortung, Erinnerung, Weitergabe und Versöhnung zu öffnen.

Vor dem Krieg: ein Leben im Alltag

 

Louis Lugand wird 1905 geboren.
Vor dem Krieg ist er Landwirt, tief verbunden mit der Erde und einem Lebensrhythmus, der von Arbeit, Familie und Weitergabe geprägt ist. Sein Lebensweg steht exemplarisch für viele Männer seiner Generation, deren Existenz durch den Krieg gewaltsam umgelenkt wurde.

Er wird spät mobilisiert und am 20. November 1940 in Straßburg als Pionier dem Bataillon 213 zugeteilt.
Weniger als zwei Monate später, am 14. Januar 1941, gerät er in deutsche Kriegsgefangenschaft.

​Gefangenschaft und Zwangsarbeit

 

Nach seiner Gefangennahme wird Louis Lugand in mehreren Lagern interniert, bevor er in das Stalag V A in Ludwigsburg verlegt wird, eines der großen deutschen Kriegsgefangenenlager für Mannschaften und Unteroffiziere.

Wie die große Mehrheit der französischen Kriegsgefangenen wird er rasch als verfügbare Arbeitskraft betrachtet.
Er wird zur Zwangsarbeit in das Daimler-Benz-Werk in Sindelfingen abkommandiert.

Wie die große Mehrheit der französischen Kriegsgefangenen wird er rasch als verfügbare Arbeitskraft betrachtet.
Er wird zur Zwangsarbeit in das Daimler-Benz-Werk in Sindelfingen abkommandiert.

​Die letzten Monate: Zwangsmarsch und Tragödie

 

Mit dem Herannahen des Kriegsendes werden die französischen Kriegsgefangenen hastig verlegt.
Von Ludwigsburg aus wird Louis Lugand zunächst nach Leonberg gebracht und anschließend zu einem mehrtägigen Zwangsmarsch von rund 70 Kilometern durch den Schurwald bis in die Region Göppingen gezwungen.

Am 10. April 1945 wird eine Gruppe von 825 Gefangenen auf umliegende Dörfer verteilt. Louis Lugand wird auf einem Bauernhof in Oberhausen untergebracht, wo er bei landwirtschaftlichen Arbeiten hilft – eine vertraute Tätigkeit, die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr weckt.

Am 19. April 1945, während sich amerikanische Truppen nähern, kommt es zu einem Schusswechsel, der einen Beschuss des Gebiets auslöst. Ein Bauernhof gerät in Brand.
Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen versucht Louis Lugand, Tiere aus den Flammen zu retten. Dabei wird er durch Granatsplitter schwer verletzt und stirbt mangels medizinischer Versorgung in der Nacht vom 19. auf den 20. April 1945.

Er ist 40 Jahre alt.
Er stirbt am Tag seiner Befreiung.

Nach dem Tod: Grab und Rückkehr nach Frankreich

 

Zunächst wird Louis Lugand auf einem Grundstück der örtlichen katholischen Pfarrei in der Nähe des Unglücksortes beigesetzt.
Auf Wunsch seiner Familie wird sein Leichnam nach dem Krieg exhumiert und nach Frankreich überführt.
Er findet seine letzte Ruhestätte im Familiengrab in Orgelet, wo er am 6. März 1949 beigesetzt wird.

Ein beispielhaftes Erinnerungsprojekt

 

Diese Geschichte hätte ohne eine jahrelange, sorgfältige Forschungsarbeit in Deutschland und Frankreich nicht rekonstruiert werden können.
Die biografische und erinnerungskulturelle Arbeit zu Louis Lugand wurde von Frau Angelika Taudte, Projektverantwortliche, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Zeitzeugen, Archivaren, Historikern und Institutionen durchgeführt.

Kommunale und regionale Archive, französische und deutsche historische Dienste, Dokumentationszentren sowie die Bewohner der betroffenen Orte haben gemeinsam eine grenzüberschreitende Erinnerung möglich gemacht.

Ausblick

Dieses Zeugnis ist Teil eines umfassenderen Projekts zu Kriegsgefangenen und ihren Nachwirkungen.
Es steht insbesondere in Resonanz mit dem Bericht von Jean Soulas, ehemaliger französischer Kriegsgefangener, sowie mit unseren kommenden Konferenzen, Webinaren und Publikationen.

— Dokumente aus der Originalpräsentation —

Die folgenden Dokumente stammen aus einer Präsentation, die im Rahmen der Forschungs- und Erinnerungsarbeit von Frau Angelika Taudte mit Unterstützung zahlreicher Zeugen, Archivare und Institutionen in Deutschland und Frankreich durchgeführt wurde.

Sie werden hier in ihrer ursprünglichen Form und ohne Änderungen präsentiert, um ihren Zusammenhang, ihre Bedeutung und ihren Geist zu wahren.

Luis Lugand Ib.JPG
Luis Lugand IIb.jpg
Luis Lugand IIIb.jpg

​​— Pour aller plus loin —

Les éléments qui suivent relèvent du travail de recherche, de documentation et de contextualisation ayant permis l’élaboration et la transmission de ces récits.

Quellenangaben und Recherchearbeit

 

Die oben vorgestellten Dokumente sind das Ergebnis eines umfangreichen Forschungs- und Erinnerungsprojekts, durchgeführt von:

Frau Angelika Taudte (Birenbach), Projektleiterin der biografischen Arbeiten, begonnen ab 2010 und seit 2015 öffentlich präsentiert,
Herrn Dominique Soulas de Russel, mit ergänzenden Recherchen und inhaltlichen Beiträgen.

 

Diese Arbeit basiert auf der Nutzung zahlreicher Quellen und Archive, darunter:
– Stadt- und Regionalarchive (Rechberghausen, Göppingen, Ludwigsburg, Merseburg),
– spezialisierte Archivsammlungen (ITS Arolsen, Bundesarchiv, Service historique de la Défense – Caen),
– Industriearchiv (Mercedes-Benz Classic),
– mündliche Zeugenaussagen von Bewohnern und Familienangehörigen der betroffenen Gemeinden.

 

Die Dokumente werden in ihrer ursprünglichen Form wiedergegeben, so wie sie für die öffentliche Präsentation bestimmt waren.


Die in die Bildtafeln integrierten Texte bilden die Bildunterschriften und Kontextinformationen zu den Bildern.

 

Bildnachweis

 

Die Fotografien und ikonografischen Dokumente stammen aus öffentlichen und privaten Quellen, darunter:
– Stadt- und Regionalarchive (Rechberghausen, Göppingen, Ludwigsburg),
– private Mittel (Bestand Frau Wahl, Oberhausen),
– lokale Dokumentensammlungen.

 

Die Fotografen und Rechteinhaber werden in der ursprünglichen Projektdokumentation (Angelika Taudte) gemäß den Angaben der Autoren der Präsentation genannt.

 

Rencontre Réconciliation dankt allen Personen, Zeugen, Archivaren und Institutionen, die zu diesem Gedenkwerk beigetragen haben.

Si ces récits font écho à votre propre histoire ou suscitent une réaction, vous pouvez nous écrire ou nous confier un témoignage.

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